Dr.
G.THOMAS, Düsseldorf
Coaching/ Supervision
Supervision
ist eine spezielle Beratungsmethode, die sich mit beruflichen Themen befaßt.
In psychosozialen
Institutionen, in denen „Menschen
mit Menschen
Die Supervision, die ich
anstrebe, ist entwickelt worden als angewandte
Methodisch sind kreativitätsfördernde
und erlebnisnahe
Der Begriff Coaching ist vom jede Mode schnell aufgreifenden Zeitgeist nicht verschont geblieben. Zuweilen ist der Begriff inflationär verbraucht und jede Art der persönlichen und verbal getragenen Unterstützung von Mitarbeitern wird „Coaching“ genannt.
Die Rückschau auf den ursprünglichen Sinn von Coaching kommt im Vergleich zum Coach im Leistungssport deutlich zum Vorschein: Hier sorgt der Coach für seinen Spitzensportler mit Hilfestellungen, um dem Spitzensportler die maximale Leistungssteigerung zu ermöglichen und Einschränkungen und Behinderungen aus dem Weg räumen zu helfen.
Insofern ist „Loyalität“ für ein gutes Coaching notwendig. Coaching ist also zielgesteuert. Es geht um eine Maximierung des angestrebten Erfolgs.
Supervision (aus dem lat.: „super“ = drauf und „videre“ = schauen) in Abgrenzung zu Coaching zielt auf eine anspruchsvollere, weil persönlichere und tiefergehendere Reflexion der berufsbezogenen Erfahrungen ab, wobei sowohl psychologische Themen als auch objektivierbare Außenstrukturen (Organigramm etc.) einer Organisation - besonders im Wechselspiel aufeinander – „reflektiert“ werden. Ziel der Supervision ist nicht die Maximierung und Erschließung von Leistungspotentialen zum Zwecke der Leistungssteigerung, sondern der geglückte Findungsprozeß von Persönlichkeit im Arbeitsumfeld.
Gesprächsorte können für das Coaching eigentlich überall verabredet werden, wobei ich persönlich die Erfahrung gemacht habe, daß hin und wieder der Besuch am Arbeitsplatz deshalb vorteilhaft ist, weil ich als Coach sehr viel mehr vom Umfeld des Betroffenen wahrnehmen und aufnehmen kann.
In der Supervision dagegen ist es üblich, dass man sich in der „Praxis“ o.ä. des Supervisors trifft, u.a. damit dem Supervisanden eine Distanz auch räumlich gegeben wird. In der Einzelsupervision geht es also mehr um die zunächst zweckfreie Wahrnehmung der inneren und äußeren Realität - sicherlich auch aus einem „partiellem Engagement“, aber nicht mit der hohen Identifikation, wie es beim Coaching gegeben sein sollte.
Typische Situationen für Coaching und/oder Supervision sind angestrebte Karrieresprünge, Wechsel auf neue Positionen, Wechsel in eine neue Firma, schwierige Engpässen (wie z. B. Mobbing, wenn es hier nicht schon zu spät ist), Phasen einer versuchten Isolierung durch KollegInnen oder auch schon bei umfassenden Umstrukturierungsprozessen (TQM) etc..
Dazu ein kleines (wahres) Beispiel: Ein Abteilungsdirektor eines größeren Konzerns berichtet von einer größeren Umstrukturierung, die für ihn persönlich bedeutet, dass er jetzt einen neuen direkten Vorgesetzten hat. Dieser ist ihm bisher unbekannt und der neue Vorgesetzte hat sich noch nicht ausführlich mit ihm über seine bisherige Arbeitstätigkeit besprochen. Er hat aber gehört, dass sein neuer Vorgesetzter auch für seinen Bereich eine weitere Umstrukturierung plant, die möglicherweise eine Verschiebung oder einen Verlust seiner Arbeitstätigkeit bedeutet. In einem Gespräch mit einem anderen Mitarbeiter, der überraschend gerade neu als Betriebsrat gewählt wurde, wovon dieser Abteilungsdirektor allerdings noch nicht wusste, erzählt er also dem neu gewählten Betriebsrat eher beiläufig von seinen Sorgen. Dem neuen Vorgesetzten wird dies zugetragen. Der Abteilungsdirektor empfindet die nun sich aufbauende Atmosphäre daraufhin noch kälter und eisiger, er bekommt geradezu Angst vor dem neuen Vorgesetzten, zumal dieser sich rhetorisch äußerst geschickt verhält, so daß er befürchtet, dass „alles was gesagt wird, gegen mich verwandt wird“. Der Abteilungsleiter interpretierte seine Lage so, daß die Taktik „sich erst einmal unter der Bettdecke zu verkriechen“ für den Moment die beste sei. Solange er nicht wisse, woran er ist und was der Vorgesetzte in Planung hat, wollte er nicht aus der Deckung. Nun aber – nachdem die Zeit nun weiter verstrichen ist – sei er ratlos.
Methodisch gehen nun sowohl Coaching als auch Supervision ähnlich vor: der Abteilungsdirektor bespricht mit seinem Gesprächspartner seine Lage und „reflektiert“den breiteren Situationskontext, b) die mitbetroffenen Personen, c) seine eigene Betroffenheit (mit entsprechenden Ängsten, Motivationen etc.) und entwirft Handlungsperspektiven, die er z.B. im Rollenspiel ausprobieren könnte.
Während ein Coach mehr auf das praktische Vorgehen im Einzelnen achten würde, bezöge ein Supervisor die persönliche Dimension stärker mit ein.
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